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Gesundheit

Perioperative Komplikationen bei der Tracheotomie – Risiken und Maßnahmen

Eine Tracheotomie ist ein medizinischer Eingriff, der oft notwendig ist, um die Atmung zu erleichtern, insbesondere bei schweren Atemwegserkrankungen oder langzeitbeatmeten Patienten. Doch wie bei jedem Eingriff gibt es auch hier mögliche Risiken und Komplikationen. Dieser Artikel erklärt Ihnen verständlich, welche Probleme in den ersten 24 Stunden nach der Tracheotomie auftreten können und worauf Sie oder Ihre Angehörigen achten sollten.

Welche Komplikationen können auftreten?

1. Blutungen an der Einstichstelle oder im Atemweg
Nach einer Tracheotomie kann es zu Blutungen kommen – entweder am Tracheostoma oder weiter unten in der Luftröhre. Leichte Blutungen sind meist harmlos, aber stärkere Blutungen sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.

2. Verletzungen der Luftröhre
Vor allem bei einer bestimmten Methode, der perkutan-dilatativen Tracheotomie (PDT), besteht das Risiko einer Verletzung der Luftröhre. Dies kann zu Blutungen oder Luftansammlungen im Gewebe führen, was eine schnelle ärztliche Kontrolle erforderlich macht.

3. Beeinträchtigung der Stimme
In seltenen Fällen können bei der Tracheotomie Nerven verletzt werden, die für die Stimmbänder verantwortlich sind. Dies kann zu vorübergehender oder anhaltender Heiserkeit führen. Falls Sie Veränderungen Ihrer Stimme bemerken, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen.

4. Luftansammlungen im Gewebe (Emphysem)
Wenn die Luftröhre nicht ausreichend mit der Haut verbunden ist, kann Luft in das umliegende Gewebe entweichen. Dies kann zu Schwellungen und Spannungsgefühlen führen. In den meisten Fällen wird dies vom medizinischen Team beobachtet und gegebenenfalls behandelt.

5. Luft im Brustraum (Pneumothorax)
In seltenen Fällen kann Luft in den Raum zwischen Lunge und Brustwand gelangen. Dies kann zu Atemnot führen und muss sofort behandelt werden. Ihr medizinisches Team wird Sie diesbezüglich überwachen.

Besondere Herausforderung: Verstopfung der Trachealkanüle

Ein ernstes Problem nach einer Tracheotomie kann die Verlegung (Blockade) der Trachealkanüle sein. Dies bedeutet, dass sich Schleim oder andere Ablagerungen in der Kanüle ansammeln und die Atmung erschweren oder sogar unmöglich machen.

Was können Sie tun?

  • Eine regelmäßige Reinigung der Trachealkanüle ist entscheidend. Lassen Sie sich vom Pflegepersonal, Tracheostoma-Experten oder Ihrem Arzt genau zeigen, wie dies funktioniert.
  • Die Atemluft sollte ausreichend angefeuchtet sein, um das Eintrocknen von Schleim zu vermeiden.
  • Falls Sie oder Ihre Angehörigen Atemprobleme bemerken, sollte sofort eine Wechselkanüle bereitstehen.

Die Anlage eines Tracheostomas kann eine erhebliche Verbesserung Ihrer Lebensqualität bedeuten, birgt aber auch gewisse Risiken. Die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff sind besonders kritisch. Achten Sie gemeinsam mit Ihrem medizinischen Team auf mögliche Anzeichen von Komplikationen. Mit der richtigen Pflege, regelmäßiger Kontrolle und schnellem Handeln bei Problemen können viele Risiken minimiert werden.